Unternehmertum – Diese 5 Etappen gibt es auf deinem unternehmerischen Weg.

Unternehmertum
Immer mehr Menschen wünschen sich ein Lebensmodell, bei dem sie selbst entscheiden können, wann, wo und wie viel sie arbeiten. Obwohl es progressive Unternehmen gibt, bei denen solche flexiblen Arbeitsplätze geschaffen werden, ist es eher die Ausnahme. Aus diesem Grund geht die überwiegende Zahl der Freiheitsliebenden den Weg der Selbstständigkeit. Doch nur für die Wenigsten wird der Hängematten-Lifestyle zur Wirklichkeit. Das Diktum „Selbstständig bedeutet selbst und ständig.“ ist für viele Menschen Realität.

Damit dir das nicht passiert, musst du größer denken. Du musst dich von einem Selbstständigen zu einem waschechten Unternehmer entwickeln. Nur so kannst du Einkommen erzielen, auch wenn du mal nicht arbeitest und damit die wirkliche Freiheit genießen. Wie die 5 Etappen des Unternehmertums aussehen, zeige ich dir in diesem Artikel.

Unternehmer – Hast du ein Business oder bist du dein Business?

Der erste große Fehler, den manche machen, ist, dass sie den Unterschied eines Selbstständigen und eines Unternehmers nicht verstehen. Viele Selbstständige sagen sich, dass sie ihr eigenes kleines Business haben. Das mag das Finanzamt vielleicht so sehen, doch aus Business-Sicht gibt es gravierende Unterschiede beider Typen. Robert Kiyosaki beschreibt in seinem Buch „Cashflow Quadrant“, dass ein Selbstständiger das System selbst ist. Wenn er nicht arbeitet, bleibt das System stehen. Ein Unternehmer hingegen baut ein System auf, das außerhalb von ihm liegt. Wenn der Unternehmer seinem Business fern bleibt, kann er es sogar stärker bei seiner Rückkehr vorfinden. Bleibt ein Selbstständiger seinem Business fern, findet er wahrscheinlich gar kein Business mehr vor, wenn er wiederkommt. Prüfe also, wo du im Moment stehst. Hast du ein eigenes Business oder bist du dein Business?
Buchempfehlung Cashflow Quadrant

Buchempfehlung: Cashflow Quadrant: Rich dad poor dad

In »Cashflow Quadrant: Rich dad poor dad« deckt Robert T. Kiyosaki auf, warum manche Menschen weniger arbeiten, mehr Geld verdienen, weniger Steuern zahlen und sich finanziell sicherer fühlen als andere.


Jetzt kaufen.

Stundensätze – Das Zeit-gegen-Geld-Modell hat viele Nachteile.

Als typischer Selbstständiger verkaufst du deine Zeit gegen Geld. Dabei ist es egal, ob du als virtuelle Assistenz 30 Euro pro Stunde nimmst oder als Life Coach 200 Euro. Das Abrechnungsmodell „Zeit-gegen-Geld“ hat sehr viele Nachteile und wird oft sogar als „Falle“ bezeichnet, dem ich sogar zustimmen würde. Lass uns die Nachteile einmal im Detail anschauen.

Für jeden neuen Euro musst du immer wieder den gleichen Einsatz bringen.

Wenn du deine Zeit gegen Geld verkaufst, dann musst du für jeden neuen Euro immer wieder den gleichen Einsatz bringen. Das bedeutet, dass es für dich in der Zukunft nie einfacher werden wird, da du keinerlei Hebel (engl. Leverage) in deinem Unternehmen hast. Ein Hebel sorgt dafür, dass du eine Last (dein Umsatz) mit weniger Einsatz (deine Zeit) stemmen kannst. Um es greifbarer zu machen, schauen wir uns das Beispiel eines Buches an.

Vor dem Jahre 1450 wurden Bücher produziert, indem sie händisch von Mönchen abgeschrieben wurden. Jede neue Kopie eines Buches hat immer wieder den gleichen Einsatz benötigt. Dann kam der Erfinder Johannes Gutenberg mit seiner Druckerpresse und revolutionierte die herkömmliche Methode der Buchproduktion. Produktionskosten konnten dadurch gesenkt werden und immer mehr Menschen bekamen Zugang zum kostbaren Gut. Heute gibt es nicht nur physische Bücher, sondern auch E-Books, was den Hebel-Faktor noch einmal potenziert, da digitale Bücher per Knopfdruck multipliziert werden können und so gut wie kein weiterer Aufwand entsteht.

Dass du also deine Zeit gegen Geld anbietest, ist weder für dich gut, noch für den Kunden. Denn da du alles immer individuell für ihn bearbeitest, sind dementsprechend auch die Kosten für den Kunden höher, als sie ggf. sein müssten.

Du investierst Zeit in detaillierte Angebote, die vielleicht gar nicht angenommen werden.

Ein typischer Dienstleister hat ein unverbindliches Gespräch mit seinem potenziellen Kunden, um die Anforderungen an eine gemeinsame Zusammenarbeit herauszufinden. Im Anschluss schreibt der Dienstleister dann ein detailliertes Angebot, in dem oft bereits die gesamte Konzeption steckt und bespricht das Angebot dann mit dem Interessenten in einem weiteren Termin. Bei dieser Vorgehensweise investiert der Dienstleister meist bereits mehr als sechs Stunden, ohne zu wissen, ob der Kunde das Angebot annimmt oder nicht. Individuelle Angebote machen also viel Arbeit, ohne dass man dabei Gewissheit hat, dass sich diese Arbeit auch auszahlt.

Du bist meist von einem Großkunden abhängig.

Der typische Dienstleister bzw. Freelancer hat kein eigenes Business, sondern ist freier Mitarbeiter eines anderen Unternehmens. Das bedeutet, dass er oft einen Großkunden hat, welcher ihm mehr als 30 % seines Umsatzes generiert. Das macht ihn hochgradig abhängig von diesem Kunden. Sollte es zur Beendigung der Zusammenarbeit kommen, dann hat der Freelancer sofort ein Problem, weil er den Umsatzausfall nicht sofort ersetzen kann. Man sagt, dass ein einzelner Kunde niemals mehr als 25 % des Gesamtumsatzes ausmachen soll, damit man als Unternehmer unabhängig bleibt.

Wenn du effizienter wirst, schießt du dir selbst in den Fuß.

Das Paradoxe an dem Zeit-gegen-Geld-Modell ist, dass du mehr Geld verdienst, wenn du für eine Arbeit länger benötigst. Wenn du also professioneller und damit effizienter wirst, dann schießt du dir damit selbst in den Fuß, weil du nun mehr arbeiten musst, um auf das gleiche Geld zu kommen. Selbst wenn du deine Stundenpreise erhöhst, weil du kein Anfänger mehr bist, gibt es marktübliche Sätze, die man schlecht überbieten kann, weil der Kunde nicht sieht, warum er gerade für dich mehr zahlen soll, wenn andere das Gleiche für weniger machen.

Du wirst mit zunehmendem Alter Energie verlieren.

Dass du in deinen Zwanzigern noch so viel Energie hast, um die ganze Nacht durchzutanzen und trotzdem am nächsten Morgen pünktlich am Arbeitsplatz oder in der Uni sitzt, ist vielen bekannt. Doch mit zunehmendem Alter merkt man, dass man nicht mehr die gleiche Energie hat und sich auch die Prioritäten im Leben ändern. Zeit gegen Geld bedeutet, dass du dauerhaft den gleichen Einsatz bringen musst, um den gleichen Lebensstandard zu haben. Ausfälle durch Krankheiten sind hier noch nicht einmal mit eingerechnet. Außerdem kannst du davon ausgehen, dass dich junge Leute, welche mehr Energie und Kreativität besitzen, überholen werden und du kaum noch mithalten kannst.

Von der vermeintlichen Freiheit zum schlecht bezahlten Tagelöhner

Auch wenn immer mehr Menschen die Anstellung heutzutage verteufeln und freier in ihrer Arbeitsgestaltung sein wollen, waren feste Arbeitsplätze im 20. Jahrhundert eine wichtige Errungenschaft, um gegen die Unsicherheit des Tagelöhners zu kämpfen.

Ein Tagelöhner hatte in der Geschichte keine feste Anstellung und wurde lediglich für wenige Tage für eine bestimmte Arbeit beauftragt. Die Bezahlung war in den überwiegenden Fällen so schlecht, dass der Tagelöhner von der Hand in den Mund lebte.

Auch heute gibt es noch Tagelöhner. Besonders in der digitalen Welt finden wir diese über Plattformen wie Uber, Upwork, MyHammer und viele weitere. Dieser Trend macht es den Unternehmern immer einfacher, kurzfristige Arbeitskräfte zu bekommen, bei denen sie keine Sozialabgaben zahlen müssen. Meine Prognose ist, dass Selbstständige immer mehr zum Tagelöhner werden, wenn sie mittelfristig nicht den Schritt zum waschechten Unternehmer machen. Das bedeutet aber auch, dass du nicht zum Opfer deiner Umstände werden musst, sondern aktiv dazu beitragen kannst, welchen Weg du in der Zukunft gehst.

Der unternehmerische Weg

Der unternehmerische Weg hat 5 große Etappen, wobei nicht jeder Unternehmer alle Etappen gehen muss. Es ist deine persönliche Entscheidung, wie weit du den Weg gehst und hier gibt es kein Richtig und kein Falsch. Wichtig dabei zu verstehen ist, dass der typische Selbstständige, der seine Zeit gegen Geld anbietet, sich nicht auf diesem Weg befindet. Lass uns gemeinsam mal die einzelnen Etappen anschauen und verstehen, was sich genau dahinter verbirgt.

Etappe 1: Konkretes Angebot im Festpreis

Der erste Schritt auf dem unternehmerischen Weg ist die Entwicklung eines konkreten Angebots, welches du im Festpreis verkaufst. Sofern du auf deine Interessenten zugehst und sagst: „Ich bin Experte im Bereich Marketing. Sag mir, was ich für dich tun kann. Mein Stundensatz ist 80 €. “, gehst du den Weg des Selbstständigen und hast damit all die Probleme, die ich weiter oben aufgezählt habe. Wenn du aber ein konkretes Angebot entwickelst, suchst du dir im Vorfeld ein konkretes Problem deiner Zielkunden raus und entwickelst dafür eine Lösung. Mit dieser standardisierten Lösung suchst du dir dann nur noch die Menschen im Markt aus, die dieses Problem tatsächlich haben. Kommen Leute zu dir, die andere Probleme haben, bedienst du diese nicht.

Stell dir vor, du bist ein Unternehmer, der physische Produkte entwickelt. Nehmen wir an, du produzierst Wandfarbe. Wenn jetzt plötzlich jemand zu dir kommt und dir sagt, dass er aber gerne Fliesen für das Bad haben möchte, würde dir im Traum nicht einfallen, diesem Interessenten zu sagen: „Gib mir zwei Wochen. Ich schreibe dir ein Angebot und dann produziere ich für dich Fliesen.“ Das ergibt einfach keinen Sinn, weil du der Experte für Wandfarbe bist. Farbe für Wände kannst du besser als jeder andere. Wenn du jetzt plötzlich Fliesen produzierst, musst du dich erst einmal einarbeiten und lernen, wie das geht. Du musst Erfahrungen sammeln, wie man Fliesen effizient produziert, diese vernünftig lagert und an den Kunden verschickt. Deine Fliesen werden nicht nur teuer sein, sondern von der Qualität auch nicht besonders gut. Du würdest logischerweise also nur Menschen bedienen, die Wandfarbe von dir wollen.

Warum machen wir das im Dienstleistungssektor dann anders? Warum sind wir stolz darauf, wenn wir uns Full-Service-Agentur nennen? Warum glauben wir, dass wir gleichzeitig richtig gute Websites entwickeln können, Facebook-Werbung machen und Online-Communities aufbauen können? Das sind so unterschiedliche Dinge, in die man sich erst einmal einarbeiten muss, bevor man seinem Kunden eine hochwertige Leistung zu wettbewerbsfähigen Preisen bieten kann.

Um den unternehmerischen Weg zu gehen, musst du also wie ein Unternehmer denken, der physische Produkte entwickelt. Du musst deine eigenen Produkte entwickeln. Denn auch im Dienstleistungsbereich funktioniert das. Nur nennen wir das hier Methode. Deine Methode, ein Problem zu lösen, ist dein Produkt. Und dieses Produkt hat einen Festpreis.

Etappe 2: Standardisieren und Automatisieren

Da du dein konkretes Angebot im Festpreis verkaufst, macht es nun Sinn, sämtliche Prozesse für die Lieferung der Leistung und für den Verkauf zu standardisieren und so weit wie möglich zu automatisieren. Denn eine erhöhte Effizienz bedeutet nun die Steigerung deiner Gewinnmarge.

In dieser Etappe geht es um genau drei Systeme, die strukturiert aufgebaut werden müssen:

   1. Lieferung der Leistung (Operation)
   2. Lead-Konvertierung (Vertrieb)
   3. Lead-Generierung (Marketing)

Diese drei Systeme nennen wir Tagesgeschäft. Wenn du bereits in anderen Business-Büchern den Ausspruch „Am Unternehmen arbeiten und nicht im Unternehmen“ gehört hast, bedeutet es, dass der Unternehmer sich in diesen drei Systemen ersetzbar machen soll. Denn diese drei Systeme sind das „im Unternehmen.“
Entschließt du dich, den unternehmerischen Weg bis zur zweiten Etappe zu gehen, dann giltst du als sogenannter “Solopreneur”. Der Solopreneur ist an sich immer noch das Zentrum des Unternehmens und bekommt hier und da Hilfe von ein paar virtuellen Assistenten. Der Unterschied zwischen einem Solopreneur und einem Selbstständigen ist jedoch, dass der Solopreneur bereits eine Vielzahl von Hebeln in seinem Unternehmen hat und deshalb sehr viel mehr Umsatz als der Selbstständige generieren kann.

Ein typischer Selbstständiger schafft i.d.R. kaum mehr als 60.000 € im Jahr. Das liegt daran, dass sein Umsatz auf reiner Muskelkraft basiert. Vielleicht gibt es hier und da ein paar Ausnahmen als Konzernberater. Doch der durchschnittliche Selbstständige findet hier seine Grenzen.

Der Solopreneur hingegen kann sehr wohl bis zu 300.000 € Umsatz im Jahr und vielleicht sogar noch mehr schaffen, weil der Umsatz nicht mehr rein von seiner Muskelkraft abhängt. Durch die Hebel (Leverage) kann sein Unternehmen wachsen, ohne dass er dadurch unter dem Gewicht seines eigenen Business zusammenbricht.

Etappe 3: Team aufbauen

Auch wenn der Solopreneur hier und da mit freiberuflichen Assistenzen arbeitet, muss der waschechte Unternehmer ein funktionierendes Team aufbauen, damit er sich aus den drei Basissystemen zu 100 % herausziehen kann. Erst hier wird ein weiteres System wichtig, was es zuvor noch nicht gab. Und zwar das Management-System.

Das Management-System sorgt dafür, dass die Mitarbeiter im Tagesgeschäft reibungslos arbeiten können, ihre Ergebnisse erzielen und bei Notwendigkeit Mitarbeiter auch ersetzt werden können. Bereits auf dieser Etappe sind Umsätze in Millionenhöhe möglich, weil du hier nun über Mitarbeiter skalierst.

Etappe 4: Franchise

Ein Franchise-System ist nichts anderes als die Kopie der drei Basissysteme. Jeder Franchise-Nehmer muss in sich alle drei oben genannten Systeme abbilden, damit Franchising nachhaltig funktionieren kann.

Bereits hier merkst du, wie wichtig es ist, dass die Systeme reibungslos funktionieren. Denn wenn die Basissysteme fehlerhaft sind und du diese Fehler über das Franchise-System multiplizierst, bricht das Kartenhaus sehr schnell zusammen. Funktioniert jedoch alles reibungslos, dann ist der Hebel-Faktor enorm.

Bereits in der vierten Etappe wird ein neues System notwendig, welches den Namen “Leadership” trägt. Während ein Management-System eine gewisse Anzahl von Tagesgeschäfts-Systemen managen kann, muss das Leadership-System eine Vielzahl an Management-Systemen führen. Leadership ist also dann wichtig, wenn du mehr als ein Management-System hast.

Etappe 5: Exit/Börsengang

In der letzten Etappe hast du dich bereits zu 100 % aus dem Tagesgeschäft sowie aus dem Management-System herausgezogen und übernimmst nur noch die Rolle des Leaders. Nun ist dein Business so gut strukturiert, dass du es verkaufen kannst, weil es dich als Person nicht mehr braucht oder du gehst mit deinem Unternehmen an die Börse. Hier sind den Umsätzen keinerlei Grenzen mehr gesetzt.

Du entscheidest, wie weit du den Weg gehen möchtest.

Wichtig zu verstehen ist, dass ein Selbstständiger, der seine Zeit gegen Geld anbietet, sich nicht auf dem unternehmerischen Weg befindet. Wenn du aber den Weg des Unternehmers gehen möchtest, ist es ganz allein deine Entscheidung, wie weit du diesen Weg gehst. Der überwiegende Teil wird sein Quartier bei der Etappe 2 einrichten und damit ein Solopreneur bleiben. Manche wollen jedoch wissen, was die Reise des Unternehmertums ihnen noch alles zu bieten hat und Etappe 3, 4 oder sogar 5 erforschen wollen.

Dein nächster Schritt

Die unternehmerische Reise ist nicht nur spannend, sondern fordert auch eine gewisse Weitsicht, damit man auf der Reise nicht das Ziel aus den Augen verliert und ggf. in die falsche Richtung rennt. Buche dir jetzt ein kostenloses Mini-Coaching mit einem unserer zertifizierten Coaches. Schau gemeinsam mit ihm, ob der unternehmerische Weg das Richtige für dich ist und wie weit du diesen gehen willst.

Kostenloses Coaching

Kostenloses Coaching

Im kostenlosen Mini-Coaching wirst du herausfinden, welche deine dringendsten Baustellen sind und welche sofortigen Schritte du gehen kannst, um dir deinen Business-Alltag leichter zu machen.
  
Melde dich jetzt für einen Termin mit einem der Coaches an.


Melanie Retzlaff

Melanie ist Inhaber von Business mit Struktur, einem Weiterbildungs- & Coachingprogramm, das Unternehmern dabei hilft, Klarheit, Ordnung und Skalierfähigkeit in ihre Firma zu bringen. Das erreicht Melanie mit ihrer Methode, indem sie dem Besitzer hilft, ein Unternehmen aufzubauen, das von funktionierenden Strukturen und nicht von Menschen abhängig ist.