Wahrgenommenes Risiko minimieren und mehr Verkäufe erzielen.

Risiko minimieren

Jeder Kauf ist ein Risiko, das der Kunde bewusst oder unbewusst wahrnimmt. Dabei gibt es fünf verschiedene Arten von Risiko, die du als Unternehmer betrachten und adressieren solltest, um deine Abschlussquote zu erhöhen.

Fünf Arten von wahrgenommenen Risiken

Funktionales Risiko

Beim funktionalen Risiko zweifelt der Interessent daran, dass das Angebot sein Problem wirklich lösen kann.

  • „Hilft dieser Onlinekurs wirklich, dass ich meine Ziele für dieses Jahr erreiche?“
  • „Hilft diese App wirklich, dass ich 15 kg abnehme?“
  • „Schafft der Coach wirklich, dass ich aus meinem Tagesgeschäft herauskomme?“
  • „Kann ich mit diesem Küchengerät wirklich mehr Zeit beim Kochen einsparen?“

Der Interessent macht sich Gedanken, ob das Angebot das richtige für sein Problem ist oder ob es vielleicht noch einen besseren Anbieter da draußen gibt. Hier spielt deine Positionierung eine besonders wichtige Rolle. Je spezifischer du in deinem Angebot und in deiner Kundenkommunikation bist, desto geringer ist das funktionale Risiko deines Kunden.

Finanzielles Risiko

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen mehr Angst davor haben, 100 € zu verlieren, als sich über 100 gewonnene Euro zu freuen. Der Kunde wird sich immer fragen, ob dieser Kauf risikoreich ist und er sein Geld womöglich verlieren könnte. Dabei haben unterschiedliche Menschen einen unterschiedlichen Zugang zu finanziellem Risiko. Manche wollen keinerlei finanzielles Risiko eingehen, andere wiederum, wenn es dafür die Chance auf eine außerordentlich hohe Rendite gibt.

Zeitliches Risiko

Genauso wie Menschen nicht gerne Geld verlieren, wollen sie auch keine Zeit verlieren. Käufer fragen sich, in welcher Zeitspanne sie ihr gewünschtes Ergebnis bekommen, wenn sie das Investment eingehen:

  • „Wie schnell kann ich 10 kg abnehmen?“
  • „Wie lange dauert die Weiterbildung?“
  • „Bis wann werde ich meine Schulden abbezahlt haben?“
  • „Wann hat sich mein Investment amortisiert?“
  • „Wie schnell werde ich Gitarre spielen können?“
  • „Wie schnell werde ich die Sprache fließend sprechen?“

Physisches Risiko

Beim physischen Risiko hat der Kunde Angst davor, einen körperlichen Schaden zu erleiden, wenn er das Produkt oder die Dienstleistung verwendet:

  • „Was sind die Nebenwirkungen dieses Medikaments?“
  • „Kann ich mich verletzen, wenn ich diesen Sport betreibe?“
  • „Wie gefährlich ist die Nutzung dieses Werkzeugs?“

Physische Sicherheit ist den meisten Kunden enorm wichtig. Sollte es hier Unfälle geben, die an die Öffentlichkeit geraten, erleidet die Firma einen oft irreparablen Markenschaden.

Soziales & psychologisches Risiko

Als Herdentiere ist es uns wichtig, was andere über uns denken. Wenn ein Kunde ein Angebot erwirbt, dann wird er sich immer fragen, was wohl seine Familie oder seine Freunde sagen werden, wenn er es ihnen erzählt.

  • „Ob meine Familie glauben wird, dass ich übers Ohr gehauen wurde?“
  • „Werden meine Freunde denken, dass ich etwas Nutzloses gekauft habe?“
  • „Wird mein Partner denken, dass ich nicht mit Geld umgehen kann?“

Auch wenn sich viele Menschen für rational halten, werden Kaufentscheidungen meistens auf emotionaler Basis getroffen und dann mit passenden rationalen Argumenten untermauert. Diese Emotionen sind letztendlich der Wunsch nach Liebe und Anerkennung. Überlege dir als Unternehmer, ob dein Angebot und deine Kommunikation dieses Urbedürfnis erfüllen oder deine Interessenten ein Risiko eingehen.

Konkrete Möglichkeiten, wahrgenommenes Risiko zu mindern.

Du hast gesehen, was mögliche Risiken sind, mit denen sich jeder Interessent bei einer Kaufentscheidung (unbewusst) auseinandersetzt. Als Unternehmer kannst du aktiv auf die Wahrnehmung deines potentiellen Kunden Einfluss nehmen. Hier findest du elf Methoden, das Risikoempfinden deiner Zielgruppe zu mindern.

Innere Einstellung

Andere Menschen können wir selten ändern. Deshalb ist der größte Hebel, bei sich selbst anzufangen. Sei ehrlich mit dir selbst. Prüfe deine innere Einstellung. Möchtest du einfach mehr Geld verdienen oder hast du ein echtes Interesse daran, dass beide Parteien bei einer Zusammenarbeit gewinnen? Ist deine tägliche Arbeit von Mut, Akzeptanz und Liebe geprägt oder möchtest du einfach nur den nächsten Deal abschließen und lässt dich deshalb von Emotionen wie Verlangen, Zorn und Stolz leiten?

Ich bin fest davon überzeugt, dass potentielle Kunden zumindest auf einer intuitiven Ebene mitbekommen, was die wahren Absichten einer Firma bzw. eines Verkäufers sind. Je edler deine Absichten, desto weniger risikoreich wird der Kauf deines Kunden.

Geld-zurück-Garantie

Die Zufrieden-oder-Geld-zurück-Garantie ist ein sinnvolles Mittel, das finanzielle Risiko des Kunden zu minimieren. Dabei ist es dem Kunden nicht nur wichtig, sein Geld wiederzubekommen, wenn das Angebot nicht seinen Erwartungen entspricht, sondern auch, dass er sein Geld schnell und ohne große Hürden zurückbekommen kann. Denn niemand möchte monatelang auf sein Geld warten und einen Haufen Beweise einreichen müssen. Wenn du deine Garantie schreibst, achte auf ein paar wichtige Punkte:

  • Beginne mit den Worten „100% bedingungslose Geld-zurück-Garantie“.
  • Kommuniziere deine Vorteile und die Transformationen deines Kunden im Garantietext.
  • Integriere deinen USP (Unique Selling Proposition) im Garantietext.
  • Personalisiere deine Garantie.
  • Mache deinen Garantiezeitraum so lang du kannst.
  • Demonstriere, dass Rückgaben leicht und ohne viel Aufwand einhergehen.
  • Versichere, dass diese Garantie nicht an Bedingungen geknüpft ist.
  • Beziehe dich auf die Geschwindigkeit der Rückerstattung.
  • Gib deiner Garantie einen Namen.

Wenn du digitale Produkte verkaufst, dann wird es dir vermutlich nicht so schwer fallen, eine Geld-zurück-Garantie zu geben, da nicht sehr viel von deinem persönlichen Aufwand bei der Transaktion eingeflossen ist. Doch wie sieht es mit Garantien bei Dienstleistungen aus? Was ist, wenn du tatsächlich Zeit und Energie in die Bearbeitung des Projekts gesteckt hast? Wie mutig bist du da? Bist du bereit, Zeit und Energie zu verlieren, wenn dein Kunde nicht die gewünschten Ergebnisse sieht? Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir sagen, dass es sehr viel mehr Interessenten über die Schwelle tragen wird, als es Menschen gibt, die es ausnutzen.

Easy-Yes-Angebot

Business Guide Kundengewinnung

Je nachdem welches Geschäftsmodell und welche Angebote du verkaufst, kann es durchaus sein, dass dein Kernangebot hochpreisig ist. Das heißt, dass es ab 1.000 € aufwärts geht. Wenn ein potentieller Kunde mit dir noch nie gearbeitet hat und auch niemanden in seinem Umfeld kennt, der berichten kann, dann ist es ein Risiko, den nächsten Schritt mit dir zu gehen. Ein strategisch entwickeltes Easy-Yes-Angebot erlaubt es dem Kunden, deine Leistung zu einem gewissen Grad auszuprobieren, ohne das volle Risiko eingehen zu müssen. Bei der Entwicklung eines Easy-Yes-Angebots achte auf Folgendes:

  • Das Angebot muss ein kleines Problem lösen und Ergebnisse liefern.
  • Das Angebot muss käuflich zu erwerben sein (keine Freebies).
  • Es muss die logische Konsequenz sein, im nächsten Schritt das Kernangebot zu kaufen.
  • Dies ist dein erster Eindruck: „Overdelivery is Key“

Der größte Fehler, den ein Unternehmen machen kann, ist ein Easy-Yes-Angebot zu entwickeln, das überhaupt nichts mit dem Kernangebot zu tun hat, sondern eine Art Neben- oder Abfallprodukt ist. Das Easy-Yes-Angebot ist nur dazu da, die Hürde zu verringern, um das eigentliche Kernangebot zu kaufen. Neben- oder Abfallprodukte sollten niemals als Easy-Yes-Angebote verkauft werden, sondern ggf. als Bonus im Kernprodukt mitgeliefert werden.

Mehr Greifbarkeit

Das Internet hat vielen Unternehmen einen großartigen Vertriebskanal geschenkt, um nicht mehr in teure, physische Läden investieren zu müssen. Der Nachteil des Internets ist, dass die Angebote für Kunden weniger greifbar sind und dadurch das Vertrauen darunter leidet. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie du deine Angebote und deine Firma im Ganzen greifbarer machen kannst:

1. Mockups

Ein Mockup ist ein am Computer generiertes Vorführmodell, um dem Interessenten das Angebot anschaulicher zu machen. Heutzutage gibt es Tools, die es dir ermöglichen, ein Mockup in kürzester Zeit und ohne besondere Fähigkeiten zu erstellen.

2. Curriculum/Inhaltsverzeichnis/Methode

Der Kunde fragt sich immer, was er genau im Detail bekommt, wenn er ja sagt. Wenn du genau aufzeigen kannst, was die Schritte sind, die passieren werden, fühlt er sich sicher. Denn er sieht, dass du einen Plan hast.

3. Behind the Scenes Video

Kannst du Einblicke geben, die man als Außenstehender so nicht bekommt? Kannst du einem Kunden zeigen, wer in deinem Team ist? Wie dein Büro wirkt? Oder wie die Membership-Seite von innen aussieht?

Chat beim Checkout

Der Checkout ist der Moment, an dem der Interessent über die Schwelle gehen will. In manchen Fällen kann es sein, dass ihm genau bei diesem Schritt ein paar letzte Zweifel kommen. Die Möglichkeit, live mit einem Vertriebsmitarbeiter zu chatten, hilft vielen Zweiflern, das letzte nötige Fünkchen Vertrauen zu bekommen. Dazu gibt es viele unterschiedliche Live-Chat-Tools, die du nutzen kannst. Manchmal schmunzle ich regelrecht, welche Nachrichten ich beim Checkout bekomme: „Hey, ich möchte deinen Onlinekurs kaufen und wollte nur nochmal fragen, ob das das Richtige für mich ist.“ Dann antworte ich meist: „Wenn du ein Dienstleister bist, dann ja. Kaufe den Kurs gerne und wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht passt, kannst du ihn innerhalb von 30 Tagen einfach zurückgeben. Du hast keinerlei Risiko.“

Das Spannende an der Konversation ist, dass diese Informationen in keinster Weise neu sind. Sie stehen in dieser Form mehrfach auf der Verkaufsseite. Doch alleine der Fakt, dass ein echter Mensch diese Infos noch einmal wiederholt hat, hebt das Vertrauen und der Kunde kann weiter im Checkout-Prozess gehen.

Trust-Elemente

Wie bereits angesprochen, ist der Kauf über das Internet für viele Kunden risikoreicher, als der Kauf über eine echte Person. Um das Vertrauen zu erhöhen, kann man mit sogenannten Trust-Elementen arbeiten:

1. Kundenbewertungen

Kundenbewertungen sind ein besonders wichtiges Trust-Element. Der Kunde denkt sich: „Wenn andere bereits davon profitiert haben, dann werde ich bestimmt auch davon profitieren können.“ Dabei gibt es Kundenbewertungen in unterschiedlichsten Formen:

  • Testimonial (ein bis zwei Sätze)
  • Videotestimonial (ein bis fünf Minuten)
  • Case Studies
  • externe Bewertungen (z.B. Google, LinkedIn etc.)

Kundenbewertungen wurden in der Vergangenheit aber auch immer wieder gefälscht, was das Vertrauen der Internetnutzer natürlich zu Recht mindert. Achte deshalb darauf, dass du die Form an Kundenbewertung für dich wählst, die so authentisch wie möglich ist. Ein echter Facebook-Kommentar ist authentischer als ein grammatikalisch korrekt formulierter Zweizeiler auf der Website. Ein Videotestimonial ist glaubwürdiger als eine generisch geschriebene Case Study.

2. Reichweite

Reichweite ist ebenso ein wichtiges Trust-Element. Bist du ganz neu am Markt und hast eigentlich keinen Proof of Concept? Oder hast du die ersten drei harten Jahre bereits überstanden und eine Vielzahl an Menschen erreicht? Auch bei der Reichweite gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, diese zu transportieren:

  • Influencer
  • Follower, Likes & Shares
  • bekannt aus...

Auch hier ist es wichtig, dass du ehrlich bleibst. Likes und Shares kann man sich durchaus kaufen. Und wenn du auf deiner Website schreibst: “Bekannt aus Radio Klein Kiesow“ kann es dir wahrscheinlich mehr Schaden zufügen, als es dir etwas Gutes tut.

Meilensteine

Meilensteine sind ebenso ein geeignetes Element, um Vertrauen aufzubauen, denn kein Unternehmen ist von jetzt auf gleich erfolgreich. Wer seinen Werdegang transparent darstellt, schafft damit Verständnis für die Entwicklung und gleichzeitig Vertrauen.

  • Eröffnung von Büroräumen bzw. Standorten
  • runde Anzahl an Kunden (100, 500, 1.000 etc.)
  • Anzahl an Follower, Fans (z.B. 100.000)
  • Anzahl an Mitarbeiter (z.B. 100)
  • erfolgreiche Kickstarter-Kampagne
  • Erreichung der Unternehmensvision

Eigene Bücher

Bücher sind bis heute ein enormer Beweis für Autorität in deinem Feld. Das bekommen immer mehr Experten und Unternehmen mit und nutzen dieses Trust-Element leider manchmal ein bisschen zu früh. Um ein wirklich gutes Buch schreiben zu können, braucht es i.d.R. mehrere Jahre, obwohl der Verkaufswert des Buches an sich nicht sonderlich hoch ist. Wenn du dir jedoch die Zeit nimmst, ein wirklich gutes fundiertes Buch zu schreiben, dann wirst du davon extrem lange profitieren können.

Vortragsredner

Als Vortragsredner auf diversen Bühnen eingeladen zu werden, ist ebenso eine enorme Auszeichnung für deine Expertise und damit ein Trust-Element. I.d.R. fängt man auf kleinen Bühnen an und arbeitet sich zu größeren Bühnen hinauf. Auch hier gilt, dass der schnelle Erfolg sich selten einstellt. Es ist ratsam, dass dir dein Publikum und seine Zeit enorm wichtig sind und du deshalb die nötige Energie aufwendest, um beste Qualität abzuliefern.

Auszeichnungen und Zertifikate

Auszeichnungen und Zertifikate sind ebenso ein geeignetes Element, um Vertrauen aufzubauen. Auch hier musst du leider darauf achten, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Manche Auszeichnungen sind käuflich zu erwerben. Wenn du bereit bist zu zahlen, bekommst du eine. Ich bin fest der Überzeugung, dass diese Modelle nicht lange überleben werden und die Assoziation mit diesen Organisationen dir eher Schaden bringt als Vertrauen. Auszeichnungen oder Zertifikate, die von vertrauenswürdigen Organisationen ausgestellt werden, können wiederum enormen Trust bringen.

Quantitative Daten

Unsere westliche Gesellschaft ist darauf trainiert, die linke Gehirnhälfte übermäßig stark zu nutzen. Zahlen, Fakten, Daten sind deshalb ein geeignetes Element, um Vertrauen aufzubauen. Es ist nicht immer einfach, aussagekräftige Zahlen zu bekommen, doch der Aufwand lohnt sich enorm. Ein Beispiel ist das Software-Unternehmen Hubspot. Hubspot hat sich die Mühe gemacht, sämtliche Marketing-Statistiken und Daten zusammenzutragen, um diese ihren Kunden zur Verfügung zu stellen. Dies hat ihnen nicht nur enormes Vertrauen beschert, sondern auch eine Menge Zitate, Likes und Shares.

Beweise durch Transparenz

Ein transparentes Unternehmen ist ein enorm hoher Vertrauensbeweis. Je transparenter du dein Geschäftsmodell darstellt, desto stärker sinkt das Kaufrisiko deines Kunden. Überlege dir, wie transparent du Antwort auf folgende Fragen geben kannst.

  • Verdienst du Geld mit Affiliate-Partnern?
  • Woher bekommst du deine Ware?
  • Wer macht die Arbeit?
  • Führst du Unterbeauftragungen aus?
  • Wie viel kostet deine Leistung?
  • Welche Gewinnmarge hast du?

Vielleicht hast du Bedenken, dass deine Wettbewerber die Informationen für sich nutzen, wenn du zu transparent mit deinem Geschäftsmodell bist. Diese Sorge kann ich nachvollziehen. Die Realität jedoch zeigt, dass deine Wettbewerber längst wissen, wie dein Geschäftsmodell funktioniert. Es wird immer Wege geben, sich über seinen Wettbewerb zu erkundigen. Wenn du mit offenen Karten spielst, dann stärkst du deine Autorität und nimmst Zweiflern den Wind aus den Segeln.

Manage Erwartungshaltungen.

Jeder Mensch hat Erwartungshaltungen. Diese Erwartungshaltungen sind ein Spiegel der Realität deines Gegenübers. Erwartungshaltungen, insbesondere die, die nicht ausgesprochen werden, können zu vielen Konflikten führen. Deshalb ist es ratsam, Erwartungshaltungen so früh wie möglich zu managen.

  • Was kann dein Angebot und was nicht?
  • Was passiert, wenn sich herausstellt, dass die Zusammenarbeit nicht funktioniert?
  • Wie viel Eigenverantwortung muss der Kunde selbst mitbringen?

Wenn es Probleme gibt, dann liegt es in der Natur des Menschen, seine Verärgerung auf andere zu projizieren und Möglichkeiten zu suchen, einem anderen die Schuld zu geben. Indem du transparent kommunizierst, was man von dir und deinem Angebot erwarten kann und was nicht, trägst du aktiv zum Brandschutz bei und musst später keine großen Brandherde löschen.

Adressiere häufige Fragen.

Jeder Interessent hat bestimmte Fragen zu deinem Angebot. Wenn du diese bereits bei der Evaluation des Angebots adressierst, nimmst du der Person viel Wind aus den Segeln. Überlege dir, was der Kunde alles sagen kann, um nicht zu kaufen. Nutze dabei diese Fragen, um richtig gute FAQs zu erstellen:

  • Was denkt der Kunde, was sein Problem ist? Welches “Jucken” versucht er zu kratzen?
  • Wo möchte dein Kunde am Ende wirklich hin?
  • Was ist aus deiner Sicht das wahre Problem deines Kunden?
  • Warum hat er in der Vergangenheit nicht bekommen, was er wollte?
  • Was ist der richtige Weg, das Kernproblem ein für alle Mal zu lösen?
  • Schreibe in Textform oder in Stichpunkten auf, wie das Leben ist, bevor der Kunde dein Angebot kauft. Sei dabei so spezifisch wie möglich.
  • Schreibe in Textform oder in Stichpunkten auf, wie das Leben ist, nachdem der Kunde dein Angebot gekauft hat. Sei dabei so spezifisch wie möglich.
  • Was hat dein Kunde in der Vergangenheit probiert? Warum haben diese Versuche nicht funktioniert?
  • Wovor hat er jetzt Angst, wenn es um sein Problem und eine Lösung dazu geht?
  • Was glaubt er über sich selbst oder über die Lösung, was ihn denken lässt: “Das mag für jeden anderen funktionieren, aber nicht für mich.”
  • Was versucht dein Kunde zu erledigen? Welche Veränderungen möchte dieser erreichen? Wie hilft dein Angebot dabei?
  • Was macht dein Angebot wirklich wertvoll für den Kunden?
  • Warum bist du und deine Firma der richtige Partner für deinen Kunden?
  • Wie passen deine Erfahrungen, deine Expertise, deine Prozesse oder Werte zu ihm?
  • Wie hilft dein Angebot deinem Kunden, seine vergangenen Fehler oder Ängste zu beheben?
  • Warum wird dein Angebot funktionieren, wenn nichts anderes bis jetzt funktioniert hat?
  • Was sind die wichtigsten Werte deines Kunden?
  • Was ist ihm wirklich wichtig in der Zusammenarbeit?
  • Wie hast du dein Angebot gestaltet, um kompatibel mit den Werten deines Kunden zu sein? Warum sind diese Eigenschaften wertvoll für deinen Kunden?
  • Welche Gründe könnte dir ein Kunde geben, um nicht zu kaufen? Welche Fragen würde er fragen, bevor er kauft? Wie würdest du darauf antworten?
  • Welche Alternativen würde er kaufen, um sein Problem zu lösen? Warum ist dein Angebot effektiver oder passender?
  • Was wird oder wird nicht passieren, wenn jemand die Lösung für sein Problem nach hinten schiebt?
  • Was wird passieren, wenn jemand nichts wegen seines Problems tun wird?

Wenn du die Fragen mit viel Empathie durchdenkst, bist du in der Lage, eine extrem gute FAQ-Seite zu entwickeln. Es gibt aber noch eine weitere geniale Methode, wie du die Hindernisse deiner Zielgruppe herausbekommst: Wenn du echte Verkaufsgespräche führst, dann gibt es eine spezielle Abschlusstechnik, die dir hilft zu erkennen, was den Interessenten vom letzten Schritt abhält.

Frage ihn Folgendes: „Wo stehst du gerade auf einer Skala von 1 bis 10, auf der 1 bedeutet: „Passt überhaupt nicht zu mir.“ und 10 bedeutet: „Wo muss ich unterschreiben?“” Der Interessent gibt dir dann eine bestimmte Zahl. Ist diese keine 10, kannst du fragen: „Ok, spannend. Was fehlt für dich, um eine 10 zu sein? Was muss das Angebot haben, damit du eine 10 vergeben kannst?“ Seine Antworten werden Gold wert sein, denn genau so wirst du herausfinden, was ihn am Kauf hindert.

Es ist möglich, dass dein Angebot diese Qualität längst beinhaltet, diese aber anscheinend nicht ausreichend kommuniziert wurde. Oder es gibt dir neue Ideen, wie du dein Angebot verbessern kannst. Es können aber auch Dinge genannt werden, die du nicht ändern kannst oder willst. In diesem Fall kannst du dann im Vorfeld darauf eingehen und die Erwartungshaltung des Interessenten besser managen.

Alternativen evaluieren

Wenn ich Unternehmer frage, welche Angebote ähnlich zu ihren seien, dann kommt oft ganz stolz die Antwort, dass sie die einzigen am Markt wären, die diese Lösung anbieten würden. Was diese Unternehmer nicht realisieren, ist, dass dies in den seltensten Fällen der Wahrheit entspricht. Denn wer aus Kundenperspektive denkt, wird sehr schnell sehen, dass potentielle Kunden eine Reihe von Möglichkeiten haben, ihr Problem zu lösen, aber nur ein Budget.

Nehmen wir an, ein Unternehmer hat sich als Experte für Facebook-Ads für Coaches und Berater positioniert. Vielleicht kennt er ein oder zwei andere Unternehmen, die eine ähnliche Spezialisierung haben. Diese sieht er dann als Wettbewerb. Doch wenn wir aus Kundensicht denken, dann erkennen wir sehr schnell, dass er Unmengen an indirekten Wettbewerbern hat. Denn was will der Kunde denn mit Facebook-Ads? Er möchte mehr Umsatz machen. Doch was kann man alles kaufen oder machen, um dieses Ziel zu erreichen?

  • Bücher
  • Onlinekurse
  • SEO-Dienstleistungenen
  • Google-Ads-Dienstleistung
  • Einen neuen Mitarbeiter einstellen.
  • Seminare besuchen.
  • Eine Konferenz veranstalten.
  • etc.

All diese Möglichkeiten hat der Endkunde, um sein Ziel zu erreichen. Er hat aber nur ein Budget dafür. Deshalb ist es für den Facebook-Ads-Spezialisten

wichtig, auch Aussagen über die anderen Methoden zu treffen. Je umfassender du dich auch mit den Alternativen beschäftigst und eine ehrliche Aussage darüber triffst, desto vertrauenswürdiger bist du.

Dein nächster Schritt

Du hast in diesem ausführlichen Artikel gesehen, wie viele verschiedene Möglichkeiten du hast, das Risiko deiner Zielgruppe zu minimieren. Mache als nächstes ein kostenloses Mini-Coaching mit einem unserer zertifizierten Coaches, damit ihr gemeinsam schauen könnt, welches Potential du in deinem Unternehmen noch ausschöpfen kannst.

Kostenloses Mini Coaching


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